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Deutsche AIDS-Hilfe, 1980er Jahre (oben); Australien, ohne Jahresangabe
(unten)

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Ende dieses Jahres ist es 30 Jahre her, dass die
HIV-Infektion als solche erkannt wurde. In Kooperation mit der AIDS-Hilfe
Köln zeigt das Centrum Schwule Geschichte eine Plakatausstellung, die
belehren, aufklären und unterhalten soll – und dafür sorgen möchte, dass
das Thema AIDS im Bewusstsein bleibt. Mit Plakaten aus dem eigenen
Bestand, die jeweils kommentiert werden, wird die Vielfalt der
AIDS-Bekämpfung per Plakat dokumentiert: Wie werden die verschiedenen
Betroffenengruppen angesprochen? Wie unterscheidet sich die
AIDS-Prävention in den Ländern Europas und außerhalb Europas? Welche
Werbestrategien werden verwendet, welche Gestaltungsideen realisiert?
Im Juni 1981 beschrieb Michael Gottlieb in einer
Veröffentlichung der US-Gesundheitsbehörde die Häufung einer seltenen Form
der Lungenentzündung bei fünf zuvor gesunden, jungen homosexuellen Männern
in Los Angeles. Berichte aus anderen amerikanischen Städten folgten.
Gemeinsam war diesen Berichten, dass überwiegend Patienten mit einem
geschwächten Immunsystem betroffen waren. Die Wissenschaft vermutete schon
bald eine sexuell übertragene Krankheit, die bei homosexuellen Männern,
aber auch bei Blutern und heterosexuellen Drogenabhängigen auftrat. Die
Krankheit erhielt ab August 1982 den Namen "Acquired Immune Deficiency
Syndrome – erworbenes Immundefektsyndrom – AIDS“. In Deutschland wurde sie
erstmals 1982 bei einem Patienten aus Frankfurt am Main nachgewiesen.
Anfangs galt die Erkrankung als Problem von „Rand-“
oder "Risikogruppen" wie Homosexuellen und Drogenabhängigen. Dies änderte
sich nach dem Aufkommen der HIV-Tests; nun zeigte sich, dass auch viele
Menschen, die nicht zu diesen Betroffenen-Gruppen gehörten, infiziert
waren. Während die HIV-Epidemie in den USA bereits in den 1980er Jahren
begann, gab es einige Länder, die von HIV verschont zu sein schienen, dann
aber mit großer Geschwindigkeit vom Virus erobert wurden. So geschah es
vor allem in Osteuropa und Asien Mitte der 1990er Jahre.
In Deutschland kam es in den 1990er Jahren jährlich zu
etwa 2000 HIV-Neuinfektionen. Bis 2007 stieg diese Zahl kontinuierlich an.
Seitdem scheint sie sich bei etwa 3000 zu stabilisieren. 2010 lebten etwa
70.000 HIV-positive Menschen in der Bundesrepublik Deutschland. Von den
3000 Neuinfizierten 2010 waren 90 Prozent Männer, davon hatten 80 Prozent
Sex mit Männern; 20 Prozent der Übertragungen kamen durch heterosexuellen
Geschlechtsverkehr und 6 Prozent durch infizierte Spritzen bei
Drogengebrauch zustande.
In Deutschland zählt AIDS mit etwa 550 Toten pro Jahr
zu den eher unbedeutenden Todesursachen. Nach aktuellen Daten erlagen bis
2010 etwa 29.000 Menschen in Deutschland den Folgen der Immunschwäche.
Global gesehen haben sich HIV-Infektion und AIDS zur Pandemie entwickelt.
Weltweit sind rund 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert.
Diese Zahlen belegen: AIDS ist immer noch eine schwere
Erkrankung, dank neuer Therapien behandelbar, aber nicht heilbar.
Prävention ist die beste Vorbeugung - bei allen Unterschieden die
grundlegende Gemeinsamkeit der ausgestellten Plakate.
Ausstellung des CSG in Kooperation mit AIDS-Hilfe Köln
und Rubicon
Zu sehen ist sie zunächst am 5. November ab 19 Uhr bis
zum 6. November 3 Uhr (im Rahmen der "Langen Nacht der Museen") im
Beratungszentrum Rubicon, Rubensstr. 8-10, 50676 Köln (Nähe Rudolfplatz).
Für Mitglieder und Freunde des CSG gibt es um 19 und um
20 Uhr eine Einführung / Führung durch die Ausstellung.
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