Wir sind, wie wir sind

100 Jahre Homosexualität auf Schallplatte

 


 

Otto Reutter: Der Hirschfeld kommt (1908) -  die erste Schallplatte, bei der es um Homosexualität geht

 

Mischa Spoliansky (1898-1985), der Komponist des Lila Liedes, der Homosexuellen-Hymne der 1920er Jahre

 

Jürgen Zeltinger, Kölschrocker. Sein Beitrag zum Thema u.a. der Tuntensong

Wir sind wie wir sind. 100 Jahre Homosexualität auf Schallplatte

Ausstellung des Centrums Schwule Geschichte.

In den Räumen der Galerie 68elf, Mediapark 4a & 4d

Ausstellung im Mediapark 4d,

Zugang über Maybachstraße, gegenüber Mediapark-Klinik

 

Vernissage: 25. Oktober 2008, 19 Uhr

Öffnungszeiten vom 26. Oktober bis 7. Dezember: 

Di-Fr 15-19 Uhr, Sa-So 15-18 Uhr

 

1. November 2008, 19 bis 3 Uhr: Lange Nacht der Kölner Museen

 

Zur Vernissage spielt ein Salonorchester unter der Leitung von Michael Mahr den Original-Salonorchestersatz des „Lila Liedes“ von 1920, der wahrscheinlich seit 80 Jahren nicht mehr öffentlich aufgeführt wurde! 

Wie klingt ein homosexueller Kuss? Die Frage scheint absurd, doch nichts ist absurder als die Realität, musste doch auf der berühmten Golden Record, die 1977 auf dem Mond deponiert wurde, der menschliche Kuss ausdrücklich ein heterosexueller Kuss sein!

Diese Geschichte führt zum Thema der neuen Ausstellung des CSG: deutschsprachige, auf  Schallplatten und  CD’s veröffentlichte Lieder und Texte zum Thema Homosexualität (männlicher wie weiblicher) als Spiegel des kulturellen und politischen Zeitgeistes, als akustische Belege für gesellschaftliche Veränderungen. 

In acht Kapiteln wird ein Überblick geboten vom Kaiserreich bis in die Gegenwart.

Es geht dabei zum Beispiel um die erste Schallplatte, die Homosexualität thematisiert, das Couplet des berühmtesten Berliner Humoristen Otto Reutter „Der Hirschfeld kommt“ von 1908. Aus der Weimarer Zeit sei hier nur die erste Homosexuellenhymne „Das Lila Lied“ erwähnt, die 1921 in mehreren Fassungen auf den Markt kam. Über die Nazi-Zeit gibt es nicht viel zu berichten – die Verfolgung der Homosexuellen schloss auch die Unterdrückung des Themas Homosexualität auf Schallplatten ein. Die ersten Platten mit Homo-Thematik gibt es dann wieder ab den 1950er/1960er Jahren – die Produktion wird, je näher wir der Gegenwart kommen, zunehmend unübersichtlich – sie reicht vom schwulen und lesbischen Protestsong oder Kampflied über Rocksongs, Schlager, Balladen und Lieder bis zur Parodie und Travestie.

 Wer jedoch denkt, das Thema Homosexualität wäre mit der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz  kein Problem mehr, hat sich getäuscht: Im deutschsprachigen HipHop wird „schwul“ zum Antiwort einer neuen Musikergeneration, die Texte reichen vom simplen Schimpfwort über die offene Äußerung von Schwulenhass bis hin zum Aufruf zur Gewalt gegen Schwule. Diese Entwicklung wird ebenfalls dokumentiert und analysiert.

Zu sehen und zu hören sind Liedtexte, Musikerbiografien, Plattencover, Interviews usw. und natürlich akustische Dokumente – ein Überblick über 100 Jahre einer ganz besonderen Musikgeschichte

 

 


 

 

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