CHRONIK ZUR GESCHICHTE DER (MÄNNLICHEN) HOMOSEXUALITÄT IN KÖLN


 

 

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Postkarte zur Europride Gala im Maritim zugunsten der Aids-Hilfe Köln (5.7.2002)

 

Die Farben des Regenbogens bestimmen die CSD-Parade (siehe 6.7.2003)

 

Kabarett-Preis für Duotica (siehe 11.1.2004)

ab 2003

 

2003 Insolvenz der Queer-AG, die seit 1999 die bundesweit größte Monatszeitung für Schwule, Lesben, Bis und Transgender herausgab (20. Januar)

2003 In der Reihe "Schriften des NS-Dokumentationszentrums" erscheint unter dem Titel "Ausgrenzung der Homosexuellen aus der 'Volksgemeinschaft' - Die Verfolgung der Homosexuellen in Köln 1933 - 1945"  (Verfasser Jürgen Müller) eine umfassende Untersuchung  über das Schicksal der homosexuellen Männer unter der NS-Diktatur (Mai)

2003 Unter dem Motto "Liebe deine Nächsten" zieht die CSD-Parade durch die Kölner Innenstadt. 750 000 Menschen säumen den Zugweg, etwas weniger als beim Rekord-CSD des letzten Jahres (6. Juli).

2003 Der Kölner Erzbischof, Josef Kardinal Meisner, erklärt in einer Rede in Budapest, dass er in Homosexuellen, Nach-Achtundsechzigern, Fortschritts- und Wissenschaftsgläubigen, Drogensüchtigen und Terroristen eine Bedrohung für die Werteordnung Europas sieht. "Der europäische Mensch muss diese Gifte ausschwitzen." (24.10.)  Der LSVD und mehrere Einzelpersonen erstatten Anzeige wegen Volksverhetzung. Das Ermittlungsverfahren wird Anfang Februar 2004 von der Kölner Staatsanwaltschaft eingestellt. Begründung: Meisners Recht auf freie Meinungsäußerung.

2003 Nach 80 Monaten und 128 Vorträgen geht ein Literatur-Marathon zu Ende: die öffentliche Lesung von Marcel Prousts Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" (4.11.; siehe März 1997).

 

2004 Den Sonderpreis des deutschen Kabaretts 2003 erhält im Nürnberger Burgtheater das Kölner lesbisch-schwule Chanson-Duo Duotica. Marion Scholz und Holger Edmaier sind seit drei Jahre auf deutschen Kabarett- und Kleinkunstbühnen unterwegs (11. Januar). 

2004 Die Phoenix-Gruppe eröffnet in der Richard-Wagner-Str. ihre vierte Gay-Sauna, die zweite in Köln (1.2.).

2004 Martin Sölle vom CSG und Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin, erhalten die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW (3. Juli; Up-Town-Artikel zur Verleihung).

2004 Hermann Götting (1939 - 2004), kölsches 0riginal und leidenschaftlicher Sammler von Zeugnissen der Alltagskultur, stirbt an einer Lungenentzündung (19. September).

2004 Mit der Ausstellung "Das Gedächtnis der Orte" im NS-Dokumentationszentrum erinnert Sabine Würich an Orte der nationalsozialistischer Verbrechen in Köln; zusätzlich erinnern an authentischen Plätzen 8 Großplakate an den NS-Terror; an der Hohenzollernbrücke weist ein solches Plakat auf die Razzien der Nazis gegen homosexuelle Männer hin (30. September bis 14. November).

2004 Fast 28 Jahre bestand der Frauenbuchladen Rhiannon - er  muss aus wirtschaftlichen Gründen schließen (1.10.).

 

2005 Die Journalistin und Autorin Alice Schwarzer wird für ihren Einsatz für gleiche Rechte und Chancen von Frauen und Männern mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet (14.1.).

2005 Volker Beck (B90 / Die Grünen) wird als einer von "40 Heroes" der schwul-lesbischen Menschenrechtsbewegung auf dem Equality Forum in Philadelphia für seinen Einsatz für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen geehrt (1. Mai).

2005 Vom Kölner Amtsgericht wird die erste schwule Lebenspartnerschaft offiziell geschieden (Express, 3.12.).

2005 In einem Festakt hat die Universität Köln akademische Titel wieder anerkannt, die während des Nationalsozialismus ihren Trägern aus "politischen und rassischen Gründen" entzogen worden waren. Unter den Betroffenen waren auch mehrere, die wegen ihrer Homosexualität für unwürdig zum Tragen eines akademischen Titels erklärt worden waren. Von den Betroffenen lebt keiner mehr. (12.12.) Näheres in einer Publikation: Margit Szöllösi-Janze / Andreas Freitäger: "Doktorgrad entzogen!" Aberkennung akademischer Titel an der Universität Köln 1933 bis 1945. Nümbrecht: Verlag W. Kirsch 2005.

 

2006 Queergestellt protestiert auf der Domplatte gegen den Angriff von Ultrakonservativen und Neonazis auf den Warschauer Gay-Pride und die staatsoffizielle Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender in Polen (23.Juli).

 

2008 In Weidenpesch beginnen die Bauarbeiten zu einem Wohnprojekt der Aidshilfe Köln, das Menschen mit HIV und AIDS, die nicht mehr allein leben können, ein neues, betreutes Zuhause bietet (29.10.)

 

2009 Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Der Verlust an Dokumenten und die Folgen für die schwule und lesbische Geschichtsforschung sind noch nicht abzusehen (3. März; Näheres in einem Artikel der RIK).

2009 Eine breite Ratsmehrheit beschließt die Einrichtung eines "Referats für Lesben, Schwule und Transgender". Das Referat soll Ansprechpartner für die speziellen Belange der Betroffenen sein und die Geschäftsführung für die Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender übernehmen (30.06.; Näheres hier)

 

2010 Erste Verleihung des Julit-Literaturpreises für junge Schwule uns Lesben (20.März).

2010 Die VIII.Gay Games Cologne 2010, das große internationale Sport- und Kulturfestival für Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Heterosexuelle, finden in Köln statt. Eröffnet wurden die Spiele von Guido Westerwelle, Vizekanzler und Außenminister der Bundesrepublik (31.07. bis 07.08.)

2010 Im Dezernat für Soziales, Integration und Umwelt wird ein Referat für Lesben, Schwule und Transgender eingerichtet (01.09.). 

 

 

Wie unschwer festzustellen ist, ist diese Chronik lückenhaft. Sie wird ergänzt! Also: Bei Gelegenheit mal wieder hereinschauen!

 

Korrekturen, Kritik, Ergänzungen bitte an: webmaster@csgkoeln.de

 

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